Definition und Fragestellungen
Geotechnik und Angewandte Geologie ist das Bindeglied zwischen Geologie und Bauingenieurwesen.
- Warum steht der Turm von Pisa schief?
- Warum läuft eine Baugrube nicht voll Wasser?
- Der kürzeste Weg auf die andere Seite eines Berges? Mittendurch!
- Wie entsteht eine Autobahn?
- Wie wird ein Staudamm gebaut, damit er nicht bricht?
- Wohin mit dem Müll?
- »Aus alt mach neu« oder »Wie wird aus einem stillgelegten Fabrikgelände eine Wohnsiedlung?«
Dies alles sind Fragen, die ein/e Ingenieur/in für Geotechnik und Angewandte Geologie beantworten kann.
GeotechnikerInnen grübeln aber nicht nur über theoretische Fragestellungen sondern arbeiten vielmehr praktisch in Büro, Labor und Gelände (Tätigkeitsfelder und Anwendungsbeispiele).
Studieninhalte
Wir bieten eine breite Basisausbildung im allgemeinen und fachspezifischen Ingenieurbereich der Geotechnik und Angewandten Geologie.
Umfassende Kenntnisse der ingenieur- und naturwissenschaft-lichen Fächer wie Mathematik, Physik, Chemie, Geologie, Statik und Festigkeitslehre dienen als Grundlage. Hinzu kommen auf breiter Basis Fächer der Geotechnik und Angewandten Geologie wie Bohrtechnik, Probenahme, Boden- und Felsmechanik, Berechnungs-verfahren, Methoden geologischen Arbeitens, Hydrologie etc.
Neben Praktika, Seminaren und einer Projektarbeit wird der Studieninhalt sinnvoll ergänzt durch Fächer wie Gutachten-erstellung/Berichtswesen, SiGeKo sowie Projekt- und Immobilienmanagement / Flächenrecycling.
Abgerundet wird das Studium durch eine Grundlagenaus-bildung in Betriebswirtschaftslehre, allgemeiner sowie fachlicher Rechtskunde, Vermessungswesen, EDV, Englisch und einem Wahlpflichtfach.
Die Abschlussarbeitsthemen umfassen einen weiten Bereich, von Baugrunduntersuchungen mit Sanierungsvorschlägen über die Sicherung von Staudämmen bis zur Optimierung von Geräten und Versuchen. Die Themen der letzten Jahre finden Sie hier getrennt nach Diplom und Bachelor.
Studienbegleitend ist eine Teilnahme an diversen Fachveranstaltungen und -exkursionen möglich.
Den tabellarischen Studienverlaufsplan (Inhalte), das dazugehörige ausführliche Modulhandbuch sowie die Studien- und Hochschulprüfungsordnungen können Sie hier herunterladen.
In der Studienordnung finden Sie unter §2 (5) Informationen zum Vorpraktikum (Arbeitsbereiche und Firmen). Es handelt sich hierbei um eine studiengangsbezogene berufspraktische Tätigkeit von mindestens 6 Wochen Dauer (s. Hochschul-prüfungsordnung Bachelorstudiengänge §3 (1)).
Das VP ist als Zulassungsvoraussetzung vor Aufnahme des Studiums abzuleisten (bis Vorlesungsbeginn, nicht Anmeldeschluss; hier reicht eine Zwischenbescheinigung).
Laborpraktika
Die Studierenden durchlaufen während ihres Studiums diverse Laborpraktika: geotechnische Praktika, Physik, Baustoff- und Werkstoffpraktika.
In den geotechnischen Laborpraktika beginnen sie mit der Präparation und Probenvorbereitung der im Feldpraktikum genommenen Proben. Es werden bodenmechanische Untersuchungen zu Wassergehalt und Dichte durchgeführt, sowie die Lagerungsdichte nicht bindiger Böden und die Zustandsgrößen bindiger Böden bestimmt. Die Ermittlung der Scherparameter (bis 10*10 cm²) und der Zusammendrückbarkeit (Oedometer) von Bodenproben sind weitere Praktikumsinhalte. Genauso wie die Bestimmung des Karbonatgehalts nach SCHEIBLER, der Wasseraufnahme nach ENSLIN/NEFF und der Proctordichte (d = 100 mm).
Um Aussagen zu den hydraulischen Kennwerten zu erhalten, werden Untersuchungen zur Durchlässigkeit (stationär / instationär) durchgeführt. An den im hydrologischen Praktikum genommenen Wasserproben werden die hydrochemischen Kennwerte ermittelt.
Wie im Feldpraktikum werden die Versuche in Berichten protokolliert und interpretiert.
Hier finden Sie ausführliche Infos zum Labor Geotechnik.
Feldpraktika
In den Feldpraktika werden die für die Geotechnik-/innen wichtigen geotechnischen Feldversuche sowie geologische Aufnahmeverfahren im Gelände durchgeführt. Es werden bodenmechanische, hydrologische und hydrochemische Kennwerte ermittelt, Aufschlussverfahren und Überprüfungsverfahren vorgestellt. Die ermittelten Daten werden zu Berichten zusammengeführt und interpretiert.
Im Einführungspraktikum werden geotechnische Bauwerke und Problemstellungen vorgestellt.
Das geologische Feldpraktikum findet als 5-tägiger Kartierkurs statt (Geländepraktikum/Kartierung).
Auch die Projektarbeit findet zum Teil im Gelände statt, um Proben zu entnehmen für eine weitere Untersuchung im Labor bzw. um Daten zu erheben, die in das Gutachten einfließen sollen.
Noch Fragen?
Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie uns gerne kontaktieren:
Fach-Studienberatung Geotechnik
Mittwoch + Donnerstag
Tel. (0234) 968 3228
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Zentrale Studienberatung
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Studierendensekretariat
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Fachveranstaltungen und -exkursionen
Der Studiengang führt unter Leitung von Prof. Dr. F. Otto regelmäßig Fachveranstaltungen und -exkursionen durch. Dabei hilft ein mittlerweile recht großes internationales Netzwerk an Kontakten und Kooperationen zu Firmen und Hochschulen.
Die traditionelle Abschlussexkursion der Studierenden des Studienganges Geotechnik findet meist zwischen Himmelfahrt und Pfingsten statt. Mithilfe internationaler Kontakte und Kooperationen werden in dem besuchten Land bzw. in der besuchten Region Firmen und Bauwerke mit geotechnischem Hintergrund und/oder Bergbaubezug sowie Hochschulen und Sehenswürdigkeiten besichtigt.
Alle 3 Jahre findet in München die Internationale Fachmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte – bauma – statt. Hierbei handelt es sich um die weltgrößte Messe dieser Branche – und zugleich flächenmäßig größte Messe der Welt.
Somit lohnt sich immer wieder eine Fachexkursion dorthin, um neue Kontakte aufzubauen und alte zu pflegen.
Der Kontaktpflege und Ausweitung von Kooperationen dienen auch jährliche Veranstaltungen wie das „Weihnachtskolloquium“ und die „Internationale Woche“ sowie der regelmäßige gegenseitige Besuch der Barbarafeierlichkeiten an Partnerhochschulen in Gleiwitz und Krakau in Polen und an der TFH.
Während der Internationalen Woche werden geotechnische Fachvorlesungen auf Englisch von europäischen Dozenten abgehalten. Hier erfahren die Studierenden etwas über die Fachproblematiken und deren Handhabung in den Heimatländern der Dozenten.
Seit 1996 führt der Studiengang Anfang Dezember sein Weihnachtskolloquium durch.
Gäste sind Studierende und Absolventen der Geotechnik, Lehrbeauftragte, Korreferenten der Abschlussarbeiten sowie Auftraggeber, Geschäftspartner und insbesondere Freunde und Förderer des Studienganges. Das Programm ist abwechslungsreich und informativ: Professor Dr. Otto gibt einen Überblick über die Aktivitäten des vergangenen Jahres einschl. Statistiken zu Studierendenzahlen und Studienabschlüssen. Die Planung des Folgejahres bzgl. Kooperationen, Forschungsvorhaben und Fachexkursionen wird vorgestellt. Gastvorträge erlauben einen Blick über den Tellerrand, bevor die Absolventen des laufenden Jahres ihre Abschlussarbeiten vorstellen. Das abschließende Symposium bietet Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen sowie zu Diskussionen und Meinungsaustausch.
2007 war die TFH über den Studiengang "Geotechnik und Angewandte Geologie" Gastgeber der nationalen Veranstaltung „16. Tagung für Ingenieurgeologie“ und „Forum Junge Ingenieurgeologen“.
Zwei Jahre später folgte die internationale Tagung „ISEG 2009“ - 10th INTERNATIONAL SYMPOSIUM ON ENVIRONMENTAL GEOTECHNOLOGY AND SUSTAINABLE DEVELOPMENT.
Tätigkeitsfelder
Es gibt Beschäftigungsmöglichkeiten im In- und Ausland bei
- einschlägigen Planungs- und Ingenieurbüros
- Betrieben der Bau-, Wasser- und Abfallwirtschaft
- Kommunen und Landesbehörden
- Instituten und Hochschulen
in den unterschiedlichsten Arbeitsgebieten
- Erd- und Grundbau
- Spezialtiefbau
- Tunnel- und Bergbau
- Straßen- und Wegebau
- Wasserbau und Wasserwirtschaft
- Deponiebau
- Flächenrecycling und Altlastensanierung
mit den folgenden Aufgaben und Einsatzbereichen
- Akquisition
- Planung (Modellierung, Bemessung, Darstellung, Organisation)
- Auswertung (Berechnungen, Berichte, Gutachten, Abrechnungen)
- Bauleitung, Projektleitung und Bauüberwachung
- Laborleitung
- Forschung und Lehre
Erd- und Grundbau
Zum Erd- und Grundbau gehören sämtliche oberflächennahen Bauarbeiten in lockerem Boden bis hin zum Fels. Dieser obere Bereich der Erdkruste, der durch Baumaßnahmen beeinflusst wird, heißt »Baugrund«.
Der/Die Ingenieur/in für Geotechnik und Angewandte Geologie nimmt im Idealfall vor Beginn eines Bauvorhabens zuerst den Ist-Zustand auf (Topographie, Wasserverhältnisse, Geologie), definiert das Bauziel und entwickelt eine optimale Lösung. Nach Erwirken der Genehmigung plant er/sie die wirtschaftliche Bauausführung, die er/sie anschließend überwacht und prüft.
Oder aber es handelt sich um bestehendes Bauwerk, das saniert oder gesichert werden muss. Dort sind dann schon bautechnische Probleme vorhanden, die behoben werden sollen.
Spezialtiefbau
Spezialtiefbau ist ein Teilgebiet des Erd- und Grundbaus. Hierbei geht es jedoch zusätzlich um die Lösung spezieller Probleme beim Bauen in die Tiefe.
Die Aufgabenstellung für den/die Geotechniker/in ist dieselbe wie beim Erd- und Grundbau. Hinzu kommt jedoch die Erarbeitung und Umsetzung einer individuellen Lösung für das jeweilig auftretende Problem. Insbesondere hat er/sie die statischen Nachweise zur Standsicherheit zu erbringen.
Berg- und Tunnelbau
Im Tunnel- und Bergbau arbeitet der/die Geotechniker/in mit seinen/ihren Spezialkenntnissen z. B. in der Gebirgs- und Bodenmechanik dem Baumanagement zu.
Seine/Ihre vertiefte Ausbildung in der Betontechnologie und im Sprengwesen bilden aber auch gute Voraussetzungen zur Übernahme von Leitungsfunktionen vor Ort.
Straßen- und Wegebau
Der moderne Verkehrswegebau stellt höchste Anforderungen an den/die IngenieurIn der Geotechnik und Angewandte Geologie. So rasen z. B. Hochgeschwindigkeitszüge mit über 300 km/h über ein Schienennetz auf fester Fahrbahn und übertragen dabei statische und dynamische Kräfte in den Untergrund. Verlangt werden dafür sichere Erdbauwerke mit einer Lebensdauer von mindestens 150 Jahren.
In z. T. schwierigem Gelände mit Höhenunterschieden, weichem Untergrund und Erdfallgefahr ist zunächst eine wirtschaftlich und technisch vernünftige Trasse zu erkunden. Anschließend sind Erdbaumaßnahmen zu planen, zu überwachen und zu kontrollieren, die einen sicheren Untergrund für den eigentlichen Verkehrsweg gewährleisten.
Wasserbau und Wasserwirtschaft
Im Bereich der Wasserwirtschaft plant und leitet der/die Ingenieur/in für Geotechnik und Angewandte Geologie die Suche und die Erschließung von unterirdischen Trinkwasservorkommen mittels Bohrungen. Später überwacht er/sie die Wasserqualität und die Mengenwirtschaft.
Zum Wasserbau zählen neben der Errichtung von Trinkwasserreservoirs der Bau von Deichen und Dämmen, die Renaturierung von Gewässern sowie der Bau von Wasserstraßen und Regenrückhaltebecken.
Gemeinsam ist diesen Bauwerken die Wechselwirkung von Untergrund und Bauwerk unter dem Einfluss von Wasser. Diese Faktoren muss der/die GeotechnikerIn und bei der Planung, Ausführung und Überwachung berücksichtigen.
Deponiebau
Bei der bekanntesten Form einer Deponie, der oberirdischen Haldendeponie, plant der/die Ingenieur/in den Bau von Basis- und Oberflächenabdichtungen, die die Umwelt vor dem Einfluss der eingelagerten Stoffe schützen, oder auch die Sanierung von bestehenden Deponien oder Halden. In Deutschland werden keine neuen Deponien dieser Art mehr gebaut, jedoch müssen die bestehenden fertiggestellt und weiterhin fachlich begleitet werden.
Neben der Planung und Ausführung wird er/sie besonders in den Bereichen »Genehmigung« und »Qualitätsüberwachung« gefordert.
Sehr viel sensibler ist die Deponierung von Schadstoffen unter Tage z. B. in Bergwerken. Der/die Geotechniker/in erkundet und prüft Lagerstätten auf ihre Eignung zur Aufnahme von Reststoffen und begleitet anschließend die Genehmigungsverfahren.
Einsatz von Bauschutt - Baustoffrecycling
Aus wirtschaftlichen Gründen gewinnt die Verwertung von Reststoffen in Bauprojekten immer mehr an Bedeutung.
Geotechniker/innen beschäftigen sich u. a. mit dem Einsatz von Bauschuttrecycling im Wegebau, mit der Verwertung von Kraftwerksaschen in Baustoffen für den Bergbau oder der Nutzung von Gießereialtsanden in Lärmschutzwällen.
Flächenrecycling und Altlastensanierung
Gerade der Bereich des Umweltschutzes wird in Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet mit seinen vielen Industriebrachen immer wichtiger. Aufgrund steigender Bevölkerungsdichte, somit erhöhtem Platzbedarf und zunehmendem Umweltbewusstsein müssen viele Brachflächen wieder nutzbar gemacht werden.
Aber auch der Abwehr von Gefahren durch Verschleppung von Kontaminationen (z. B. durch Wind und Wasser) kommt eine große Bedeutung zu. Hierzu wendet der/die GeotechnikerIn je nach Problemstellung Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen an.
Die Aufgabenstellung für den/die Geotechniker/in beim Flächenrecycling und der Altlastensanierung ist breit gefächert. Sie reicht von der Gefährdungsabschätzung über die Aufstellung eines Sanierungskonzeptes bis hin zum Bodenmanagement und der Bauüberwachung.
Anwendungsbeispiele
Möglicher Ablauf eines Bauvorhabens
- Akquisition, Aufwandsschätzung, Angebot
- Geotechnische Kartierung des Ist-Zustandes
- Auswertung von Plänen und Unterlagen
- Beauftragung von Vermessungs- und anderen Fremdarbeiten
- Untersuchungskonzept, Feld- und Laboruntersuchungen
- Erstellen eines Sanierungs- / Baukonzeptes
- Verhandlungen mit Auftraggebern, Trägern öffentlicher Belange, Genehmigungsbehörden
- Genehmigungsplanung / Erwirken von Genehmigungen
- Ausführungsplanung, Modellierung
- Bemessung / Statik
- Darstellung
- Mitwirken bei der Vergabe von Bauaufträgen
- Erstellen eines Leistungsverzeichnisses, Ausschreiben der Leistungen, Auswertung der Ausschreibung
- Bauleitung
- Bauzeitenplan, QM-System, Kostenwesen
- Bauüberwachung
- Kontrolle der Einhaltung von Zeiten, Vorgaben und Qualität
- Baudokumentation
- Abschluss, Nachbesserungen, Abrechnung, Übergabe
Sonderbauwerke: Landmarken und Landschaftsbauwerke
Landmarken und Landschaftsbauwerke sind weithin sichtbare Orientierungspunkte. Insbesondere Landschaftsbauwerke sind in der Regel kein Selbstzweck sondern resultieren aus der Notwendigkeit, z. B. alte, rutschungsgefährdete Bergehalden des Steinkohlenbergbaus zu sanieren. Bei der Sanierung werden diese durch die Auffüllung u. a. mit Boden deutlich erhöht und dadurch für die Zurschaustellung verschiedener, einzigartiger Kunstobjekte interessant (z. B. Tetraeder in Bottrop).
Der/Die zuständige Ingenieur/in für Geotechnik und Angewandte Geologie erfasst den Zustand der Fläche
- bzgl. Gefahrenpotenzial,
- Untergrundverhältnisse,
- Besitzverhältnisse der Grundstücke,
- Zuständigkeit von Behörden usw.
und entwickelt ein Sanierungskonzept. Nach Freigabe durch den Auftraggeber werden Genehmigungen für den Bau und die Bodenanlieferung erwirkt. Das Projektmanagement sowie die Qualitätssicherung der Bodenanlieferung und des Einbaus werden von dem/der Ingenieur/in organisiert. Für Sonderbauwerke sind Baugrunduntersuchungen durchzuführen und Standsicherheitsnachweise zu berechnen.
Sanierung von Böschungsrutschungen und -brüchen
Schwierige Untergrundverhältnisse führen zu Böschungsbrüchen und -rutschungen. Durch diese werden Anlieger und Bauwerke gefährdet.
Der/Die zuständige GeotechnikerIn hat zeitnah den Schaden zu inspizieren und Sicherungsmaßnahmen zur Schadensbegrenzung einzuleiten. Anschließend wird die Sanierungsmaßnahme geplant und überwacht.
Mit der Ursachenforschung wird z. B. die Grundlage für den schadensfreien Abbau einer Lagerstätte geschaffen. Der/Die Geotechniker/in schlägt eine an die geologischen Verhältnisse angepasste Rohstoffgewinnung vor.
Vom Gutachten des/der Geotechnikers/in hängt die Methode der Schadensregulierung nach Rutschungen und Brüchen ab.
Sonderprojekt Bau einer Gartenschau
Beim Bau von Landes- und Bundesgartenschauen kollidieren zum Teil die künstlerischen Vorstellungen der Planer mit den geologischen Gegebenheiten.
Aufgabe des/der Geotechnikers/in ist es, mit Sachverstand zu vermitteln, Alternativen vorzuschlagen, ein Maximum an Planungen umzusetzen und den Planern die Grenzen des Machbaren aufzuzeigen.
In erster Linie ist hier eine Beratung bzgl. des Umgangs mit Boden und mineralischen Baustoffen gefordert.
Folgenutzung Industrie
Ca. 77 m Höhenunterschied zwischen einer Bergehalde des Steinkohlenbergbaus und dem umliegenden Gelände machen es möglich, hier Ski zu fahren. Das Alpincenter Bottrop verfügt über 640 Meter Skipiste, die ganzjährig geöffnet ist. Die Schneeauflage beträgt 40 cm, das Gefälle zwischen 5 und 24 Prozent.
Die Aufgabe des Geotechnikers bestand beim Bau dieses Projektes darin, mittels Erdbaumaßnahmen aus einer Bergehalde (besteht aus der Schüttung von Rückständen aus der Steinkohlenaufbereitung) einen Baugrund zu erschaffen, auf dem das Skiareal erbaut werden konnte. Neben der Baugrunderkundung gehörten dazu die Bauüberwachung, die Berechnung von Standsicherheitsnachweisen und die Prüfung der Fundamentflächen.
Da es in einer solchen Bergehalde bau- und materialbedingt immer wieder zu Bewegungen kommen kann, ist es notwendig, die Bauüberwachung stetig fortzuführen und ggfs. die Standsicherheit durch Anpassung der Fundamente zu gewährleisten.



































